Ja, richtig gehört! Die Online-MusikplattformJamendo, welche Creative-Commons-lizensierte Musik zum kostenlosen Download bereitstellt, bietet seit kurzem ein gewerbliches Lizensierungs- und Vergütungsmodell abseits der Gema an, genannt Jamendo PRO. So können sich Kneipenbesitzer und Veranstalter, aber auch Videoproduzenten, etc. mit guter Musik eindecken ohne an die GEMA zahlen zu müssen. Dazu sucht man sich auf der Website von Jamendo die passende Lizenz aus, und kann dann die Musik per Web-Stream empfangen - etwa wie ein (allerdings werbefreies) Radio, mit verschiedenen Programmen: Jazz, Pop, Lounge, etc.
Ob sich die GEMA das bieten lässt? Jamendos Infobroschüre meint folgendes:
Für den Besuch des GEMA-Kontrolleurs bietet Ihnen Jamendo PRO: Ihr GEMA-Freistellungszertifikat [und] Den Verlauf der bei Ihnen gespielten Musik, den Sie direkt auf jamendo.pro einsehen können.
Damit weist Jamendo offensichtlich nach, dass die Künstler deren Musik bereitgestellt wird, nicht in der GEMA sind, und man für das Spielen dieser Musik auch nichts an sie abdrücken muss. Was ich daran fair finde: Die Musiker erhalten laut Jamendo 50% der Einnahmen, was erheblich mehr sein dürfte, als die (kostenpflichtige!) Mitgliedschaft in der GEMA abwirft. Außerdem haben kreative Köpfe ohne Major-Label-Vertrag die Chance auf ein bisschen mehr Bekanntheit abseits der üblichen Kanäle. Ich finde das insgesamt einen lobenswerten Ansatz. Ob das Ganze rentabel ist, wird wohl erst die Praxis zeigen. Der Erfolg oder Misserfolg des ganzen hängt meines Erachtens von zwei wesentlichen Faktoren ab: a) Der Bereitschaft Gewerbetreibender auf dieses Angebot einzugehen und der GEMA den Rücken zu kehren und b) der Zufriedenheit der Kunden mit dem Musikangebot hinsichtlich Vielfalt und Qualität. Warten wir mal ab, wie die Kundschaft abstimmt.
Für alle, die privat immer wieder auf der Suche nach guter Musik sind die mögen einfach so mal bei Jamendo reinschauen, es lohnt sich. Dort habe ich zum Beispiel folgende Künstler gefunden, deren elektronische Musik sehr inspirierend ist um die wissenschaftliche Hausarbeit fürs Staatsexamen zu schreiben…
Binärpilot und Professor Kliq
… hat mir der Immanuel aus meiner Gemeinde gerade geschickt;
Lasst euch doch mal blicken und rockt mal wieder :-)
Das war mal echt abgefahren, was die Beiden mit ihrer Band auf die Beine stellten! Zum Release ihrer neuen CD Nicht Vergebens holten alle Musiker, die auch auf der CD zu hören sind zusammen zu einem fulminanten Live-Konzert - das einzige was fehlte waren die weiblichen Background-Vocals, die Pianist Daniel Scheufler und Bassist Mirko Schmitt aber mit Kopfstimme ganz passabel ersetzten. Herausragend ist Frank Döhlers klare und helle Stimme, sowie seine raumgreifende, aber sehr natürliche Bühnenpräsenz, die weder überheblich, noch arrogant wirkt. Insgesamt ein sehr gelungener Abend - da fühlt man sich schon irgendwie, äh, stolz, wenn das ganze in der eigenen Gemeinde (Goldenes Lamm Dresden) stattfindet!
Die CD ist definitiv eine Empfehlung! Und wer sich die Live-Band nicht entgehenlassen will, der sollte sich immer mal wieder umsehen und -hören, dann in dieser Besetztung gibt es Döhler & Scheufler eher selten; meist treten sie als Duo auf (was trotzdem empfehlenswert ist, wie die Gottesdienstbesucher der FeG Dresden gelegentlich berichten werden…). Und da ich bezüglich solcher Informationen einen recht kurzen Draht zu den beiden habe werde ich euch hoffentlich bald und rechtzeitig über eine Gelegenheit die Band zu hören informieren.
Wer Weiteres und Umfassenderes über das Konzert und die CD lesen möchte sei an Bruder Dave verwiesen (dem ich an dieser Stelle herzlich für den Bericht danke)!
Update: Weil ich gerade einige Tracks von ihnen höre, möchte ich die Vorband des Abends auch nicht unerwähnt lassen: triOzean ein Jazztrio aus Dresden, welches unter Daniel Scheuflers Label Interfuse Records publiziert. Sehr eingängiger Jazz gemischt mit Einflüssen v.a. aus dem Pop. Unbedingt reinhören! Hoffentlich sieht man mir das nach, denn die haben es absolut nicht verdient, dass man sie vergisst… autsch.